Aktionen / Archiv - Palästina-Forum-Nahost

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An dieser Stelle finden sie einen Überblick vergangener Aktionen


Kundgebung „Frieden und Gerechtigkeit für Gaza und Nahost"
26.07.2014

Auf der Kundgebung „Frieden und Gerechtigkeit für Gaza und Nahost" am 26. Juli auf dem Frankfurter Römerberg hielt Abraham Melzer, Mitglied der jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden und  des Palästina-Forums-Nahost, Frankfurt/M. den nachstehenden  Redebeitrag. Veranstaltet wurde die Kundgebung von der Islamischer Religionsgemeinschaft Hessen und der Palästinensischen Gemeinde Hessen. Das Spektrum der RednerInnen war breit gefächert und so gelang es, das schreckliche Geschehen differenziert darzustellen und zu bewerten. Das Palästina-Forum-Nahost beteiligte sich aktiv an der ca 500 TeilnehmerInnen umfassenden Demonstration, die friedlich verlief.

Redebeitrag von Abi Melzer

Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

bevor ich mit dem von mir vorbereiteten Vortrag beginne, möchte ich von einem Vorfall berichten, der sich vor der Kundgebung hier auf dem Platz ereignet hat. Ich stand neben einer Gruppe von HR-Journalisten und Kameraleuten als ich plötzlich folgendes hörte: „Wir müssen nur einen Irren filmen, der antisemitische Parolen verbreitet, dann haben wir unseren Beitrag." Ich war schockiert und verärgert und nahm mir vor euch davon zu berichten.
Ich bin Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden und es ist kein Zufall, dass wir in unserem Namen genau dasselbe Motto haben wie diese Veranstaltung heute hier: Frieden und Gerechtigkeit. Auch der Staat Israel und besonders seine zionistischen Führer wie Peres und Netanjahu sagen immer wieder wie ein tibetisches Mantra, dass sie  Frieden wollen. Aber sie wollen einen von ihnen den Palästinensern diktierten Frieden. Frieden allein ohne Gerechtigkeit ist nichts wert.
Ich empfinde es als Ehre hier reden zu dürfen und so wie mein Vater seinerzeit mit Stalingrad fühlte, so möchte heute, angesichts der Ereignisse in Gaza ausdrücklich betonen:
ICH BIN EIN PALÄSTINENSER.
Israel rühmt sich die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein und ist stolz darauf die moralischste Armee der Welt zu haben. Leider merken die meisten seiner Bürger nicht den gewaltigen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen diesem Anspruch und der bitteren, traurigen und grausamen Realität.
Sie wollen nicht sehen zu welchen Verbrechen ihre Armee fähig ist und sie wollen nicht wissen wie verstockt, selbstgerecht und letzten Endes dumm ihre politischen Führer sind. Sie wollen nicht sehen, dass ihre moralischste Armee seit Jahren und Jahrzehnten ein anderes Volk unterdrückt und ihm die elementarsten Menschenrechte und das Recht auf nationale Unabhängigkeit vorenthält.
In diesem Krieg, der diese Tage in Gaza tobt, hat Israel nur ein Ziel, ein für alle Mal der Beschießung Israels durch Kassam Raketen ein Ende zu machen, ein für alle Mal die Tunnel zu beseitigen. Für immer.
Warum spricht man nicht miteinander. Weil man nicht miteinander spricht. Man tötet einander.
Das ist aber kein Krieg gegen den Terror, wie Israel behauptet. Das ist blanker Terror gegen eine zivile Bevölkerung.
Keine der Seiten hat eine logische und erfolgversprechende Strategie. Die Hamas schießt seine Raketen ziellos auf eine Zivilbevölkerung in der Hoffnung, dass es die Moral der Israelis bricht. Die Israelis bombardieren und zerstören Gaza in der Hoffnung, dass die Bevölkerung, die übrigbleiben wird, ihre Führung vertreibt.
Beide Hoffnungen sind vergeblich, denn die Geschichte hat uns immer wieder gezeigt, dass die Terrorisierung einer Bevölkerung diese nicht ängstigt sondern vereint. Man hasst den Feind dann umso mehr. Das passiert jetzt wieder auf beiden Seiten. Wenn wir von „beiden" Seiten reden, dann klingt es so, als ob es zwischen beiden Gegnern eine Symmetrie gibt. Aber dieser Krieg ist weit davon entfernt ein symmetrischer Krieg zu sein. Die israelische Militärmaschinerie ist eine der größten der Welt, während die Hamas nur einige wenige Tausend Kämpfer hat.
Wir wissen schon seit langem, dass keine der Kontrahenten die gegnerische Seite bezwingen kann. Warum wird also weitergemacht?
Weil man nicht miteinander reden kann. Weil man nicht miteinander reden will.
Israels ehemaliger Verteidigungsminister Mofas sagte soeben der Presse, dass Israel nicht aufhören wird, weil Israel von der ganzen Welt unterstützt wird. Das stimmt leider.
Eine Menge Vermittler sind vor Ort, die aber alle eine ziemlich erbärmliche Figur abgeben. So schlug der amerikanische Außenminister Kerry eine fünftägige Feuerpause vor, allerdings nur für die Hamas. Die Israelis sollen weiter die Tunnel zerstören und Hamas Kämpfer töten dürfen.
Bei solchen Vorschlägen kann man nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.
Ban Ki Moon von der UN läuft hin und her und redet dummes Zeug.
Am Ende wird es eine Waffenruhe geben, aber es wird nicht das Ende sein.
Was wird bleiben?
Der Hass zwischen beiden Seiten. Der Hass wird bleiben.
Was kann man tun?
Wir von der Jüdischen Stimme würden als erstes alle dummen und unqualifizierten Vermittler nach Hause schicken und direkte Gespräche mit der Hamas anstreben, allerdings auf Augenhöhe.
Wir fordern die Belagerung von Gaza auf dem Land, in der Luft und im Meer zu beenden und wir würden den Behörden in Gaza ermöglichen einen Seehafen und einen Flughafen zu bauen, damit die Isolation der Menschen ein für alle Mal beendet wird.
Wir würden auch die Hamas auffordern die Raketen zu beseitigen und die Tunnel zu beseitigen, wobei vorher natürlich internationale Garantien gegeben werden müssen.
Wir würden alle politischen Gefangenen befreien.
Wir würden die Welt auffordern die palästinensische Einheitsregierung anzuerkennen.
Wir würden sofort mit der palästinensischen Regierung Friedensverhandlungen aufnehmen, um einen gerechten Frieden zu erreichen.
Kurzum, wir würden den Krieg beenden.
Ein für alle Mal.
Auch Rufe wie „Tod den Juden" können nicht akzeptiert werden. Sie sind für uns alle kontraproduktiv. Es wäre deshalb dringend erforderlich, dass man in Deutschland endlich zwischen Juden und Israelis  unterscheidet. Man soll nicht alle Juden in Haft nehmen für die Politik Israels. Gleichwohl  wäre zu wünschen, dass die Juden in Deutschland und überall auf der Welt nicht so blind und stumm sich hinter Israel stellen und in jeder Kritik an Israel Antisemitismus sehen. Übertrieben hat es der deutsche Justizminister Maaß, der von Kritik gegen die Judenheit sprach. Judenheit und Israel sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Es ist eine Schande, dass die Opfer des Dritten Reiches instrumentalisiert und absurde falsche Vergleiche angestellt werden.
Die Aufgeregtheit dieser „respektablen" Gesellschaft ist absurd. Es soll vom Thema abgelenkt werden. Wo ist die Empörung  angesichts des Leides und der Not in Gaza? Wo ist zumindest eine halbwegs mitfühlende Distanzierung vom Massaker in Gaza? Diese zum Teil künstliche Aufregung wegen eines möglichen oder tatsächlichen Antisemitismus ist wirklich pervers angesichts der täglichen Meldungen aus Gaza über Opfer von unschuldigen Kinder und Frauen.
Da sterben und leiden die Menschen in Gaza und hier faselt man von Vergleiche mit dem Dritten Reich. Ist es nicht der Staat Israel, der bis an die Zähne bewaffnet eine zivile Bevölkerung von fast zwei Millionen Menschen in Gaza terrorisiert? Es sind nicht die Juden, sondern der Staat Israel und seine angeblich moralischste Armee der Welt, die Empörung, Verzweiflung, Zorn und Wut bei vielen Menschen hervorrufen. Wir müssen den Mut haben die Dinge zu benennen wie sie wirklich sind. Israel kann kein Sonderrecht für sich in Anspruch nehmen, dass es sich verteidigen kann und darf. Während es den Palästinensern dieses Recht abspricht. Israel bombardiert gnadenlos eine ungeschützte Stadt, und nimmt  in Kauf den Tod von unzähligen Zivilisten.
Gebetsmühlenartig wird das Selbstverteidigungsrecht des demokratischen Israel wiederholt. Jede Rede beginnt mit einer Solidaritätsbekundung für Israel. Haben denn die Palästinenser kein Selbstverteidigungsrecht? Man regt sich zu Recht auf über Parolen wie „Tod den Juden". Warum regt man sich nicht auf über Parolen in israelischen Straßen wie: Tod den Arabern?
Wann werden endlich Israelis und Israelfreunde einsehen und anerkennen, dass die Palästinenser anstelle der Deutschen den Preis für den jüdischen Holocaust bezahlt haben. Die Wiedergutmachung, die Deutschland bezahlt hat kann nicht wieder gut machen, dass das Lebensglück der Israelis dadurch erkauft wurde, dass ein anderes Volk, die Palästinenser, aus seiner Heimat vertrieben und totunglücklich wurden.
Die arge Not der Menschen in Palästina, die dort in der Tat als Palästinenser leben und nicht als Juden, zwingt zum Widerstand gegen die inhumane Politik der Zionisten, die über das Land herrschen.
Die Politik des Staates Israel ist rassistisch, nationalistisch, ungerecht und in der Tat auch bösartig, zumindest gegenüber den Palästinensern. Man muss wirklich nicht Antisemit sein, um Israels Politik zu kritisieren und Tatsache ist, dass ausgerechnet viele echte Antisemiten in Deutschland, Frankreich, Holland und anderswo Israel gar nicht kritisieren, sondern bewundern In Israel ist nach dem Krieg immer auch vor dem Krieg. Wir müssen endlich damit Schluss machen und wenn die Israelis und Palästinensern es nicht können, dann müssen sie durch uns Europäer und auch durch uns Deutschen dazu gezwungen werden. Denn schließlich geht es auch um unsere Sicherheit.


Abraham Melzer


Offener Brief an Oberbürgermeister Feldmann

Anläßlich einer Demonstration, auf der die Teilnehmenden ihre Solidarität mit der israelischen Regierung (und Armee) zum Ausdruck brachten, brachte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann seine Sorge um das Wohlergehen der Bürger
der Frankfurter Partnerstadt Tel Aviv zum Ausdruck und verurteilte israelfeindliche Parolen, die bei einer vorangegangenen Demo gerufen worden waren. Kein Wort über das Leiden der palästinensischen Bevölkerung in Gaza, keine Kritik an den völkerrechtlichen Verbrechen. Diese unbedingte Solidarisierung des Frankfurter Oberbürgermeisters, im Namen aller Frankfurterinnen und Frankfurter vorgetragen, veranlasste das Palästina-Forum-Nahost zu einem offenen Protestbrief „Nicht in unserem Namen", der wir nachstehend abdrucken.
Während der Kundgebung am 26.07. auf dem Römerberg sammelten wir zahlreiche Unterschriften, die dem OB am 28.07. persönlich übergeben werden.  Weitere Aktionen zur Sammlung von Unterschriften sind geplant.

Offener Brief an  den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann
Amt des Oberbürgermeisters  Römerberg 323  60311 Frankfurt/M.

Nicht in unserem Namen


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

angesichts der gegenwärtigen Situation im Gazastreifen und Westjordanland betonen unsere Politiker unisono das Recht Israels auf „Selbstverteidigung". Sie, Herr Feldmann, erklären am 9.7.2014 im Namen der Frankfurter Bevölkerung „Solidarität mit Frankfurts Partnerstadt Tel Aviv". Auch positionieren Sie sich einseitig, indem Sie als unser aller Oberbürgermeister an einer Pro-Israel- Kundgebung teilnehmen, auf der der Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) das Existenz-recht Israels für die Hessen zu einer Herzenssache macht und Frankfurts Dezernent Uwe Becker (CDU) unter Auslassung jeder Redlichkeit als Vertreter der Stadt Frankfurt eine vollkommen verzerrte Darstellung des Konflikts verbreitet, wenn er sagt : „Seit der Gründung am 14. Mai 1948 wird Israel bedroht. Es muss sich wehren. Israel hat den Sinai und Gaza verlassen und jetzt eine zusätzliche Bedrohung geerntet." Wer war der Angreifer vom Suezkrieg 1956 bis zum 3. Gazaüberfall?

Auch erklären Sie, Herr Feldmann, im Namen der Frankfurter Bevölkerung: „In Anbetracht der augenblicklichen Zuspitzung der Situation im Nahen Osten und den Raketenangriffen auf Tel Aviv haben Oberbürgermeister Feldmann,  Bürgermeister Olaf Cunitz und Stadtkämmerer Uwe Becker am heutigen Mittwoch, 9. Juli, den Menschen in Frankfurts israelischer Partnerstadt die aufrichtige Solidarität der Frankfurter Bevölkerung zum Ausdruck gebracht." Dabei sind Ihnen die Hunderte Opfer israelischer Aggression keine einzige Zeile wert!

Auch wenn in Deutschland die Wahrheit auf den Kopf gestellt wird und „auch wenn die israelische Regierung es anders sieht: aus Sicht der UNO und des (internationalen) Völkerrechts hält Israel den Gazastreifen unter Besatzung. Damit ist das Land verpflichtet, so gut wie möglich für die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung dort zu sorgen." (so der Spiegel)

Diesen Pflichten ist der Staat Israel weder in den letzten beiden Wochen noch in den letzten Jahren in irgendeiner Weise nachgekommen. Im Gegenteil belagert Israel Gaza mit seiner Bevölkerung seit 2006 vom Wasser, aus der Luft und zu Land und hat es zum größten Freiluftgefängnis der Welt gemacht, zu einer Bevölkerung ohne Hoffnung und Perspektive.

Mit der jetzigen exzessiven Bombardierung des Gazastreifens und der Bodenoffensive verletzt Israel  nicht nur den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, sondern auch seine besonderen Schutzpflichten als Besatzungsmacht in eklatanter Weise. Als Politiker müssen Sie wissen, dass das Recht auf Selbstverteidigung mit der Überschreitung der Verhältnismäßigkeit der Mittel schon desavouiert ist.

Die Menschen in Gaza und Westjordanland wollen einen unabhängigen Staat in sicheren Grenzen, doch Israel als Besatzungsmacht weitet seine völkerrechtswidrige Besiedlung und Enteignung palästinensischen Landes mit staatlich-militärischer Gewalt immer noch weiter aus und verweigert der palästinensischen Bevölkerung ihre Rechte, Freiheit und Menschenwürde.

Für uns als BürgerInnen der Stadt Frankfurt gebietet es das Grundgesetz, für Recht und Gerechtig-keit einzutreten. Es entsetzt und empört uns, wie sich in der gegenwärtigen Situation Politiker unter interessegeleiteten Druck setzen lassen und einseitig Partei für den hier Völkerrecht und Menschenrechte missachtenden Staat Israel ergreifen.

Deshalb fordern wir angesichts der Tatsache, dass der Staat Israel seine Besatzung nicht beendet, die sofortige Suspendierung des „Israel-Tages" - der ohne die Beteiligung der Frankfurter BürgerInnen zustande gekommen ist, die für Freiheit und Menschenwürde einstehen.

Wir, die Unterzeichnenden, wollen und können es nicht zulassen, dass in unserem Namen die Opfer zu Tätern und die Täter zu Opfern stilisiert werden und Israel als Besatzungsmacht weiter unterstützt wird.

Nicht in unserem Namen!

Palästina-Forum-Nahost Frankfurt/M.Aktionskreis Palästina Frankfurt/M.
Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost/Frankfurt/M.



Bitte unterzeichnen und an das Amt des Oberbürgermeisters, Römerberg 23,  60311 Frankfurt/M. senden


Den Brief als PDF-Dokument zum Ausdrucken und Versenden finden sie hier





Kartoffeln aus Israel: Eine ökologische und soziale Katastrophe

Wie jedes Frühjahr überschwemmen die Supermärkte den Markt mit importierten Neukartoffeln aus Israel. Diese werden in der Negev-Wüste in Israel angebaut. Wir sehen darin eine beispiellose ökologische und soziale Katastrophe!  

Ökologische Katastrophe
Israelische Kartoffeln wachsen in der Wüste und werden – im Gegensatz etwa zu Schwei-zer Kartoffeln oder auch zu den früher aus Sizilien importierten Frühkartoffeln − künstlich bewässert. Das Wasser stammt entweder aus nicht erneuerbaren fossilen Gewässern oder aus energieintensiven Entsalzungsanlagen. Der Verbrauch von Wasser pro Kilogramm Kartoffeln (über 100 Liter) liegt weit über dem Verbrauch von z.B. sizilianischen Kartoffeln und der CO2-Austoss beträgt mehr als das Doppelte: Solche Produkte tragen dazu bei, den Planeten zu zerstören!
Die Diskriminierung der Beduinen und der Prawer-Plan
90 % der Negev-Beduinen wurden im Jahre 1948 nach der Staatsgründung Israels vertrieben. Heute leben im Negev 120‘000 teilweise nomadisierende Beduinen. Sie werden von der Regierung systematisch ihres Landes beraubt und von der Wasser- und Elektrizitätsversor-gung ausgeschlossen. Ihre Dörfer werden angegriffen, ihre Häuser zerstört, ihre Ernten vernichtet.  
Ende Januar 2013 verabschiedete die israelische Regierung den Prawer-Plan, durch den bis 2016 40’000 Beduinen aus dem Negev umgesiedelt und eine Fläche von rund 800 km2 beschlagnahmt werden sollen. Dank intensiven Protesten und internationaler Medienaufmerksamkeit wurde der Plan zwar vorläufig zurückgestellt, ist aber noch nicht vollständig vom Tisch.  
Die Besiedlung des Negevs mit jüdischen BewohnerInnnen und die Verdrängung der einheimischen palästinensischen Bevölkerung spielte eine grosse Rolle in der zionistischen Ideologie und wurde unter anderem durch Ben Gurion, den ersten Premierminister Israels, propagiert. In den Regionen, wo die Kartoffel produziert werden (z.B. Eshkol), dürfen nur jüdische BewohnerInnen angesiedelt werden − Palästinenser werden höchstens als billige Tagelöhner geduldet.

Blockade von Gaza
Das Gebiet des Negev, wo die meisten Kartoffeln angebaut werden, grenzt unmittelbar an den Gazastreifen, in dem auf 360 km2. Zum grossen Teil sind sie Nachkommen der 1948 aus dieser Region vertriebenen palästinensischen Bevölkerung. Die Zivilbevölkerung des Gazastreifens leidet unter den Folgen der von Israel seit Jahren völkerrechtswidrig aufrechterhaltenen Blockade, die unter anderem eine völlig ungenügende Wasserversorgung mit gravierenden gesundheitlichen Problemen 1,5 Millionen Menschen zusammengepfercht leben und ökologischen Dauerschäden zur Folge hat.  
Ständige Angriffe der israelischen Armee gegen den Gazastreifen und gezielte Tötungen von Leuten, welche auf den Feldern arbeiten, verhindern die Entwicklung der Landwirtschaft. Auch werden Exporte von landwirtschaftlichen Produkten aus dem Gazastreifen durch die israelische Behörden weitgehend verhindert.

„Ich verzichte auf den Konsum von Frühkartoffeln aus Israel!“
Die Gesellschaft Schweiz-Palästina und die Kampagne Boykott, Desinvestition und Sanktio-nen (BDS) in der Schweiz laden die KonsumentInnen ein, beim Kauf von Frühkartoffeln genau auf die Ursprungsbezeichnung zu achten und auf den Kauf von Kartoffeln aus Israel zu verzichten.

„Keine Importe von Frühkartoffeln aus Israel“
Die Gesellschaft Schweiz-Palästina und BDS Schweiz fordern den Detailhandel auf, Kartof-fel-Importe aus Israel zu vermeiden, solange Israel die Beduinen enteignet und diskrimi-niert, die Blockade des Gazastreifens aufrechterhält und die völkerrechtswidrige Kolonisie-rung der besetzten Gebiete fortsetzt.

Mehe Informationen finen sie hier



End Israeli Apartheid"
Beteiligung am internationalen Plakatwettbewerb

12 Organisationen in den USA, Kanada, Australien, Irland, Schottland u.a. haben einen Poster Contest "This is Apartheid" ausgelobt.
Ingo Roer hat sich mit zwei Entwürfen daran beteiligt. Einsendeschluss war im Mai 2012


"Über das Motiv:
Palästinensisches Geschäft in Hebron, geschlossen von israelischen Autoritäten.

Wenn ein Palästinenser mehr als drei Jahre von Zuhause abwesend ist, konfisziert der Staat Israel seinen Besitz und seine Aufenthaltserlaubnis
(besonders schnell für Ostjerusalem). 'Forget about him. he's not here'(Vergiß ihn, er ist nicht hier) erinnert an diese Maßnahme der  
Apartheidspolitik. Apartheid ist eine Praxis der nationalen Verwaltung, die einen Teil der Bevölkerung von Grundrechten ausschließt. Die mit
Bandeisen zugeschweißte Ladentür symbolisiert die israelische Politik, Palästinenserinnen und Palästinenser von ihrem Lebensunterhalt  
abzuschneiden."





Namhafte UnterstützerInnen für Nakba-Ausstellung gewonnen

Liebe Palästina-Freundinnen und -Freunde, liebe Palästina-Interessierte,

die wachsenden Widerstände gegen die Nakba-Ausstellung haben mich veranlasst, namhafte UnterstützerInnen für die Ausstellung zu suchen und ich habe sie auch gefunden (Liste s. unten und im Anhang). Damit hoffe ich, weitere Veranstalter zu Nakba-Ausstellungen zu ermutigen und so weiter zu einer grundsätzlich veränderten Wahrnehmung des Nahostkonflikts beizutragen. Mit einer Presseerklärung dazu (s. unten und im Anhang) möchte ich auch noch einmal erreichen, dass die Thematik von den Medien aufgegriffen wird. Folgende herzliche Bitten habe ich an Euch /Sie:

•   Bitte leitet die Unterstützerliste und die Presseerklärung über Eure Verteilerlisten weiter und macht sie auf Euren/Ihren Internetseiten bekannt.
•   Bitte leitet beides an Euch bekannte Medienvertreter weiter.
•   Bitte werbt bei Euren/Ihren Volkshochschulen, Stadtbüchereien, Bildungswerken u.a. Einrichtungen und Institutionen vor Ort für die Nakba-Ausstellung (mit Nakba-Katalog + Unterstützerliste).

Link: http://www.lib-hilfe.de/fakten_ausstellung_unterstuetzer.html



Herzlichen Dank im Voraus!
Beste Grüße
I. Rumpf

Wir unterstützen das Anliegen der Nakba-Ausstellung und halten sie für ein überzeugendes Mittel, die in Deutschland weitgehend unbekannte palästinensische Sichtweise auf die Ursachen des Nahostkonflikts in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Ohne Verständnis für die berechtigten Anliegen beider Seiten kann es keinen Frieden geben.




  • Abdul-Rahman Alawi, Verleger u. Diplomat a.D.

  • Dr. Franz Alt, Journalist u. Autor

  • Uri Avnery, israelischer Friedensaktivist (Gush Shalom)

  • Prof. Dr. Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin u. Autorin

  • Judith Bernstein, Autorin, und Dr. Reiner Bernstein, Historiker

  • Dr. Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung a.D.

  • Daniel Cil Brecher, Historiker u. Autor

  • Eitan Bronstein, israelischer Friedensaktivist (Zochrot)

  • Sumaya Farhat-Naser, palästinensische Friedensaktivistin u. Autorin

  • Dr. Gerhard Fulda, Botschafter a.D.

  • Prof. Dr. Johan Galtung, Friedensforscher

  • Günter Grass, Schriftsteller

  • Prof. Dr. Alfred Grosser, Soziologe, Politikwissenschaftler u. Publizist

  • Annette Groth, MdB

  • Prof. Dr. Stéphane Hessel, ehem. Diplomat u. Lyriker

  • Ulrich Kienzle, Journalist u. Publizist

  • Manfred Kock, ehem. EKD-Ratsvorsitzender

  • Felicia Langer, israelisch-deutsche Menschenrechtsaktivistin u. Autorin

  • Dr. Michael Lüders, Politik-, Islamwissenschaftler u. Publizist

  • Prof. Dr. Georg Meggle, Philosoph

  • Abraham Melzer, Verleger

  • Hajo Meyer, Physiker u. Autor

  • Reuven Moskowitz, israel. Friedensaktivist (Mitbegründer von Neve Shalom/Wahat Assalam)

  • Dr. Rupert Neudeck, Journalist, Gründer von Cap Anamur e.V. u. Grünhelme e.V.

  • Dr. Bahman Nirumand, Publizist

  • Domkapitular Dr. Paul Oestreicher, Politologe, Theologe u. Friedensaktivist

  • Prof. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler u. ehem. MdB

  • Prof. Dr. Peter Pawelka, Politikwissenschaftler

  • Viola u. Mitri Raheb, Theologen u. palästinensische Friedensaktivisten

  • Eberhard Renz, Altlandesbischof

  • Clemens Ronnefeldt, Theologe u. Friedensreferent beim Internationalen Versöhnungsbund

  • Prof. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler

  • Dr. Martin Schneller, ehem. Botschafter

  • Peter Scholl-Latour, Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

  • Salah Abdel Shafi, Botschafter

  • Hans von Sponeck, ehem. UN-Diplomat

  • Otmar Steinbicker, Journalist u. Herausgeber des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de

  • Christian Sterzing, Jurist u. ehem. MdB

  • Dr. Peter Strutynski, Politikwissenschaftler u. Sprecher des Bundesausschuss Friedensratschlag

  • Alexandra Thein, MdEP, Delegierte für die Beziehungen u.a. zum Palästinensischen Legislativrat und zu Israel

  • Prof. Dr. Tugendhat, Philosoph

  • Prof. Dries van Agt, Ministerpräsident a.D. der Niederlande

  • Prof. Dr. Rolf Verleger, Psychologe u. ehem. Delegierter im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland

  • Konstantin Wecker, Musiker

  • Prof. Dr. Jean Ziegler, Soziologe, Politiker u. Autor

  • Andreas Zumach, Journalist u. Publizist



 
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